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Die Gründerin der Deutsch-Indischen Gesellschaft in Hamburg e.V.

29 Dezember 2011

Liebe Freunde,

schon oft wurde mir die Frage gestellt, wo man etwas über die Gründerin der Deutsch-Indischen Gesellschaft in Hamburg e.V., Lieselotte Hachmann, lesen, bzw. wie man nachvollziehen könne, ob sie auch wirklich die Gründerin gewesen sei. Manche von Ihnen haben sogar bei der immer noch bestehenden Gesellschaft nachgefragt, aber nur unbefriedigende oder gar keine Antworten erhalten. So weit es mir möglich ist, möchte ich hiermit versuchen, diese Frage zu beantworten.

Durch das Buch “Mein Wunscherbe” wissen Sie ja bereits, wie ich auf die Geschichte meiner Mutter gestoßen bin. Als meine Recherchen begannen, war ich nicht wenig darüber erstaunt, dass es die Gesellschaft tatsächlich noch gibt, allerdings mit leicht verändertem Namen, sie nannte sich nun: “Hamburger Deutsch-Indische Gesellschaft e.V.”

Ausflug in die Heide

Ausflug in die Heide

Noch mehr erstaunte es mich, dass ich den Namen des Vorsitzenden aus meinen Kindertagen kannte und konnte  kaum fassen, evtl. mit jemandem zu sprechen, der meine Mutter aus der damaligen Zeit kannte. Da sich dies als recht schwierig erwies, suchte ich nach anderen Zeit-Zeugen und fand u.a. den Vizepräsidenten, Herrn Shiam Sunde Lall Gupta, den ich im April 2005 besuchte und befragen konnte. Herr Gupta ist leider im Mai 2009 verstorben.

Inzwischen ist Zeit vergangen, die Deutsch-Indische Gesellschaft hat sich inzwischen neu strukturiert und auch der Vorsitzende ist ein anderer.

Wichtig ist jedoch, dass z.B. im Jahre 1953  eine “Deutsch-Indische Studiengesellschaft” mit Sitz in Stuttgart gegründet wurde. Ein Jahr später, im Jahre 1954, gründete meine Mutter die “Deutsch-Indische Gesellschaft in Hamburg e.V.”

Bei meinen Vorträgen betone ich immer, dass sie diese Gesellschaft   e r n e u t   gegründet hat, denn eigentlich wurde diese im Jahre 1942 das erste Mal im Beisein des indischen Freiheitskämpfers, Subhas Chandra Bose gegründet. Allerdings mit ganz anderen Zielen und aus anderen Gründen als meine Mutter es tat, denn der Krieg war vorüber. Aus diesem Grunde wurde dieser “ersten” Deutsch-Indischen Gesellschaft, also der von Subhas Chandra Bose, im Jahre 1951 die Rechtsfähigkeit entzogen, sie bestand also nicht mehr.

Nach 1955 entstanden allmählich in ganz Deutschland immer mehr Gesellschaften, die geschäftliche und auch kulturelle Beziehungen zu Indien aufbauten. Heute gibt es nur noch einen Dachverband mit Sitz in Berlin, sowie viele Zweiggesellschaften mit ihren jeweiligen Vorsitzenden in verschiedenen Städten. Es macht den Eindruck, als gälte für alle nur eine Gründung, nämlich die von Bose.

Damit wäre wohl erklärt, warum es keinerlei Wertschätzung, Anerkennung oder Erwähnung des Namens Lieselotte Hachmann gibt.

Es war meiner Mutter wichtig, den in Deutschland lebenden Studenten ein Gefühl von Heimat zu geben. Sie sollten sich während der Studienzeit in Deutschland wohl fühlen und zu Hause von ihren guten Erfahrungen berichten. Auch wenn sie selber, durch den Verlust ihres Eigentums während des Krieges, keine materiellen Reichtümer zu vergeben hatte, so teilte sie, was sie teilen konnte: Güte, Wärme und Herzlichkeit. Immer versuchte sie, andere für das Land Indien zu begeistern, Mitstreiter zu gewinnen und die Gesellschaft als Treffpunkt aller Indienbegeisterten in den Mittelpunkt zu stellen und somit stetig zu vergrößern.

v.li.n.re.: Prof. Alsdorf, L. Hachmann, Dr. Preyer, J.Nehru

v.li.n.re.: Prof. Alsdorf, L. Hachmann, Dr. Preyer, J.Nehru

All das hat sie erreicht. Mehr noch, denn sie sprach nicht nur mit dem damaligen indischen Ministerpräsidenten Jawarhalal Nehru über “ihre” Deutsch-Indische Gesellschaft sondern auch in Indien mit dem indischen Präsidenten Dr. Prasad, darüber.

Sie hatte 1954 den Grundstein für eine neue Deutsch-Indische Gesellschaft gelegt, die bis heute bestehen konnte.

 

 

 

 

 

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Ein Kommentar zum Artikel “Die Gründerin der Deutsch-Indischen Gesellschaft in Hamburg e.V.”

  1. Ein wunderbarer Aufsatz, der sogar meine Kenntnisse noch ver-vollkommnen konnte.
    Vielen herzlichen Dank dafür!
    Heide Rauch

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